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Auftakt für SALTGARDEN-Projekt zur Wattenmeerforschung

Auftakt für SALTGARDEN-Projekt zur Wattenmeerforschung

© Daphne van der Wal
Salzwiese an der Schnittstelle zwischen Land und Meer.

Internationales Konsortium startet mit Forschung zur Widerstandsfähigkeit des Wattenmeers

Forschende aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark wollen gemeinsam untersuchen, wie robust die Salzwiesen des Wattenmeers gegenüber Herausforderungen wie Meeresspiegelanstieg, Sturmfluten und veränderten klimatischen Bedingungen sind. Das Projekt SALTGARDEN unter der Leitung der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der niederländischen Universität Twente wird mit 2,8 Millionen Euro über vier Jahre gefördert. Die beteiligten Forschenden haben sich im ersten Quartal 2025 zu einem erfolgreichen Kick-Off-Treffen in Groningen (NL) zusammengefunden.

Das Projekt vereint Expertinnen und Experten der drei Wattenmeerländer Deutschland, Niederlande und Dänemark, um innovative Strategien für ein nachhaltiges Salzwiesenmanagement zu entwickeln. Es geht darum, den komplexen Belastungen der ökologischen Dreifachkrise aus Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung zu begegnen, die die gegenwärtigen und zukünftigen Küstenräume vor erhebliche Belastungen stellt. In dem einzigartigen Programm haben sich Expertinnen und Experten aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Behörden und NGOs der drei Länder zusammengeschlossen. SALTGARDEN ist eines von insgesamt fünf geförderten Forschungsprojekten, die zum Schutz des Weltnaturerbes und zur nachhaltigen sozioökonomischen Entwicklung der Küstenregionen beitragen sollen. Die Förderung kommt von mehreren deutschen und niederländischen Bundesministerien sowie vom niederländischen Forschungsrat.

Ziel von SALTGARDEN ist es, die Widerstandsfähigkeit der Salzwiesen im Wattenmeer durch Biodiversitätssteigerung zu fördern und damit den langfristigen Nutzen ihrer Ökosystemleistungen zu gewährleisten – auch unter neuen Randbedingungen mit steigenden Meeresspiegeln und höherer CO2-Belastung. Salzwiesen im Übergangsbereich zwischen Land und Meer sind wertvolle Pufferzonen, die die Energie der Wellen abschwächen und somit die Erosion und Überflutung des Küstengebiete verringern können. Sie tragen wesentlich zum Küstenschutz bei und sind außerdem ein Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die nur hier vorkommen. Auch als Kohlenstoffspeicher erfüllen sie eine wichtige Funktion.

Im Kick-Off-Treffen ging es unter anderem um die Auswahl geeigneter Untersuchungsstandorte, die Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden oder die Entwicklung transdisziplinärer Workshops, um den Wissenstransfer und die praktische Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse zu fördern. Bestandteil des SALTGARDEN-Projekts werden Experimente im Wellenbecken des Ludwig-Franzius-Instituts für Wasserbau und Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI) der LUH sowie in den Mesokosmen des Alfred-Wegener-Instituts am Standort List auf Sylt sein. Dabei werden lebende Salzwiesenpflanzen unterschiedlichen simulierten Umweltbedingungen ausgesetzt und verschiedenen Wellen- und Strömungsbelastungen unterzogen. So können Vorschläge für nachhaltigere Managementpraktiken, die auf dem Erfahrungswissen lokaler Stakeholder basieren, unter kontrollierten Bedingungen im Wellenbecken getestet werden.